Initiative zum Erhalt des Tempelhofer Feldes
 
22. Februar 2012
Das Tempelhofer Feld heute
Mitten in der dichtesten Großstadt liegt eine freie Naturfläche, offener Himmel bis zum Horizont, Umland in zentraler Lage, ein Sportlerolymp, ein riesiger Spielplatz. Auf die endlosen Wiesen und verwitterten Start- und Landebahnen des ehemaligen Tempelhofer Flugfelds kommen Tausende zum Lustwandeln, Skaten, Fahrradfahren, Joggen, Drachensteigen, Spielen, Herumtoben, Gärtnern, Kitesurfen, Langlaufen, Musizieren, Grillen, Feiern und vielem mehr.

Jeden Tag kann dort die friedliche Koexistenz der unterschiedlichsten Menschen jeden Alters beobachtet werden. Auf dem weitläufigen Feld hat jeder Mensch genügend Platz, um für sich allein zu sein und dabei doch immer die anderen zu sehen. Keine Spur von befürchteter Vermüllung und Verwahrlosung, die Freifläche ist ganz im Gegenteil gepflegter als manch anderer Berliner Park. Die Stadtmenschen haben sie als ihr Naherholungsgebiet entdeckt, und nutzen sie friedlich, vielfältig und respektvoll.

Der ehemalige Flughafen Tempelhof hat außerdem eine große historische Bedeutung: als der erste innerstädtische Flughafen weltweit, als Ort des Großenwahnsinns und der Zwangsarbeit in den NS-Zeiten, und als Ort der Luftbrücke. Heute ist es ein gelebtes und belebtes historisches Denkmal.

Nicht nur Menschen beleben es, sondern auch unzählige Pflanzen und Tiere haben hier ihren Lebensraum gefunden. Großflächige Wiesen sind in Mitteleuropa selten geworden, daher ist das „Wiesenmeer“ des Tempelhofer Feldes eine große Besonderheit. Hier leben unter anderem Feldlerche, Grauammer, Braunkehlchen und Turmfalken, viele verschiedene Schmetterlingsarten, 236 Bienen- und Wespenarten, davon mehr als 40 stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht, Sand-Strohblumen, Feldbeifuß und Heide-Nelken. Das offene Feld ist außerdem für das Stadtklima äußerst wichtig, denn es ermöglicht die Kaltluftzufuhr in die dicht bebauten Wohngebiete.

Diese Freifläche ist als historischer Ort, als Lebensraum für Tiere und Pflanzen und als Naherholungsgebiet in der Großstadt unermesslich wertvoll und weltweit einmalig! Kein Stadtplaner hat je so kühn gedacht, von einer Realisierungschance ganz zu schweigen. Es ist keine Vision, sondern real vorhanden, vor unseren Haustüren!




Tempelhofer Feld 2011
Foto: Stefan Seeger